Der Tag begann mit einem Lesefrühstück, und danach stand ein Fach auf dem Stundenplan, das in keiner Schule so heißt: Lernen lernen. Das System ist simpel: 30 Minuten lernen, dann lesen, turnen und so weiter und so fort. Kleine Portionen, viel Bewegung dazwischen. Man könnte es auch Intervalltraining für den Kopf nennen.
Dann ging es in den Nachbarort zum Einkaufen. Das klingt harmloser, als es ist, denn unser Campingplatz liegt in einer kleinen Bucht, die nur über eine sehr schmale, 6 km lange Serpentinenstraße erreichbar ist. „Kurz einkaufen“ gibt es hier also nicht. Einkaufen ist hier eine Expedition, und sie dauert entsprechend lange.
Auf dem Rückweg haben wir dann aber etwas entdeckt, was sich für jede Kurve gelohnt hat: eine noch kleinere, noch idyllischere Bucht weit unter uns. Weil wir diesmal nur mit dem Auto und ohne Anhänger unterwegs waren und das Auto Allradantrieb hat, haben wir es gewagt und sind den sehr, sehr holprigen Weg hinuntergefahren. Unser Bus wurde dabei ordentlich durchgeschüttelt, wir auch, aber unten wartete eine Wahnsinnsbucht.
Ganz für uns allein hatten wir den Traumstrand leider nicht, wir mussten ihn mit einem Pärchen und seinen 6 Hunden teilen. Aber sonst: unfassbar schön. Diese Einsamkeit, dieser Strand, diese Ruhe. Das Wasser so klar, dass man jeden einzelnen Kiesel am Grund zählen könnte, wenn man denn wollte. Wir wollten nicht. Wir wollten einfach nur da sein.
Danach ging es zurück auf unseren Campingplatz, allerdings mit einem neuen Wunsch im Gepäck. Anna-Luisa möchte unbedingt wild campen, denn das Pärchen verbringt die Nacht mit seinem wahnsinnig tollen, geländegängigen Expeditionsmobil direkt an diesem Traumstrand. Wer einmal so ein Fahrzeug an so einem Strand gesehen hat, findet einen Stellplatz mit Nummer plötzlich ziemlich langweilig.
Das trifft sich gut, denn morgen verlassen wir diesen Campingplatz. Hier muss unser Hund nämlich immer an der Leine sein, und das gefällt uns überhaupt nicht. Vor allem, weil wir immer alles wegräumen und Cashew sich kaum 5 Meter von uns entfernt. Das hat uns der Besitzer übrigens am zweiten Tag am Abend mitgeteilt, Diskussion sinnlos. Also packen wir eben wieder. Wie gesagt: Beim Packen sind wir Weltmeister.










