Nach dem gestrigen Umweg über die Grenze und ins Blaue Auge war heute Ankommen angesagt, und das ging erstaunlich schnell. Nach einem Monat unterwegs sind wir beim Einleben inzwischen genauso Profis wie beim Packen: Zelt steht, Büro ist eingerichtet, Klassenzimmer vorbereitet, und schon kann es losgehen. Andere brauchen für einen Umzug zwei Wochen und einen Möbelwagen, wir brauchen einen Vormittag und einen Campingtisch.
Also wurde gelernt und gearbeitet, mit Blick aufs Meer statt auf die Bürowand. Zwischendurch verwandelten die Mädls den Strand in ein Reitturnier: Schwemmholz wurde zusammengetragen und daraus ein Pferde-Springparcours gebaut. Pferde gab es zwar keine, aber das hat beim Springen niemanden gestört. Das Meer liefert hier das Baumaterial gratis frei Haus, man muss es nur einsammeln.
Am Nachmittag haben wir den kleinen Ort Mytikas erkundet, ein süßes Fischerdörfchen, das jetzt in der Nebensaison wie ausgestorben wirkt. Die Tavernen machen Siesta bis zum nächsten Frühling, die Boote schaukeln vor sich hin, und alles fühlt sich sehr ursprünglich an, so als hätte der Ort beschlossen, die Touristen einfach auszusitzen. Uns gefällt das. Überhaupt wirkt die ganze Bucht unglaublich heimelig, was vor allem an der Insel Kalamos liegt, die so nah vor der Küste liegt, als wollte sie aufpassen, dass hier nichts passiert.
Ganz so ruhig soll es aber nicht bleiben: Für morgen ist den ganzen Tag Regen angesagt. Also noch schnell einkaufen und uns auf einen Tag im Zelt bzw. unter dem Unterstand vorbereiten. Hoffentlich schlafen wir heute gut, bevor der Himmel morgen den Wasserhahn aufdreht.
Am Abend dann die eigentliche Sensation des Tages: Die Kids haben gekocht! Spaghetti aglio e olio mit griechischem Salat, also Italien und Griechenland auf einem Teller, serviert mit Blick auf Kalamos. Damals an Tag 2 hat Heiners Campingküche ihre Feuertaufe bestanden, heute hat sie ihre Nachwuchsköchinnen bekommen. Sehr lecker, danke!








