Tropical beach

, ,

Tag 35 bis 38 – Vom Wildcamp zur ersten Reihe

Wir geben es zu: Wir haben schon wieder ein paar Tage verabsäumt zu schreiben. Zu unserer Verteidigung: Es gab auch kaum etwas zu berichten. Was nach einer Ausrede klingt, ist in Wahrheit das schönste Kompliment, das man diesen Tagen machen kann.

Nach unserer ersten Nacht in freier Wildbahn begann Tag 35 mit einer Schulstunde der besonderen Art. Klassenzimmer: ein Campingtisch auf roter Erde. Tafel: ein Laptop. Ausblick: grüne Berge statt Turnsaalwand. So mancher Lehrer würde für diesen Arbeitsplatz wohl sofort den Dienstort wechseln.

Auf dem Weg zum Camping Diaz fand außerdem eine Geschichte ihr Happy End, die uns seit Tag 34 begleitet hat: die große Briefmarkenjagd. Nach unzähligen Supermärkten und Souvenirshops stand plötzlich eine echte Poststation vor uns. Das Wettrennen um die Postmarken ist damit offiziell gewonnen, und unsere Briefe sind endlich unterwegs!!! Die Mädls haben den Moment natürlich standesgemäß mit einem Siegerfoto am knallgelben Postkasten gefeiert. Wer hätte gedacht, dass ein Kuvert einmal so viel Jubel auslösen kann.

Am Camping Diaz angekommen, haben wir es uns dann so richtig gemütlich gemacht, und zwar in der ersten Reihe. Das Dachzelt hat Pause, stattdessen steht wieder das große Zelt samt Vorzelt: unsere kleine Beduinenstadt. Zwischen ihr und dem Meer liegen nur ein paar Schritte. Wer morgens aus dem Zelt schaut, braucht keinen Wetterbericht und keinen Kaffee, um wach zu werden. Der Blick erledigt beides.

Unsere Tage folgen seither einem Stundenplan, den sich so manches Kind wohl selbst geschrieben hätte: schnorcheln, turnen, lernen, arbeiten, Beachvolleyball spielen. Wobei „lernen“ und „arbeiten“ hier eine ganz andere Note bekommen, wenn man zwischen zwei Aufgaben einfach ins Meer springen kann. Pausenhof mit Wellengang, sozusagen.

Und dann ist da noch das Einkaufen. Das erledigen wir nämlich laufend, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Irgendetwas muss man ja tun, man kann ja nicht nur essen. Wobei man sagen muss: Ganz uneigennützig ist die Sache nicht. Wer zum Supermarkt läuft, hat sich das Abendessen schließlich redlich verdient.

Ganz ohne Hintergedanken ist der Einkaufslauf allerdings nicht, denn eigentlich ist er Training. Das Ziel heißt Hyrox. Ich war letztes Jahr schon dabei, und wir trainieren bereits für 2028 in Wien. Für nächstes Jahr haben wir leider keine Tickets mehr bekommen, aber vorausschauende Planung war ja schon immer unsere Stärke. Heiner hat das Training am Rückweg übrigens wörtlich genommen: zwei volle Wasserkanister in den Händen, Farmers Carry in der griechischen Edition. Wer braucht schon ein Fitnessstudio, wenn es einen Supermarkt gibt?

Ansonsten machen wir genau das, wofür wir hergekommen sind: die warmen Temperaturen genießen, die Sonne, das Meer. Keine Fähre, die wir erwischen müssen, kein Grenzbalken, kein Packen. Unsere Weltmeisterschaft im Zusammenpacken muss vorerst ohne uns stattfinden.

Lisa und Heiner

Wir versuchen die Beiträge zusammen zu schreiben aber jeder hat seine Stärken und Schwächen und so werden es wohl mehr Text von Lisa sein. Ihr könnt ja im späteren Verlauf erraten, wer welche Texte geschrieben hat ;-)